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Mode

  • Welchen Stellenwert nimmt in deinem Leben das Thema „Mode“ ein?
Bis vor einigen Jahren hätte ich gesagt: Mit Mode hab ich nichts am Hut.  Nun nenn ich ja einen Nähblog mein Eigen, was ich nähe ist hauptsächlich Kleidung... also ist Mode irgendwie doch sehr präsent in meinem Leben. Trotzdem fühle ich mich nicht "modisch" gekleidet.

Heuer im Frühling hatte ich ein A-ha-Erlebnis: Mode ist Kunst! Da die Erklärung hier den Rahmen sprengen würde, bitte ich euch - wenn es euch interessiert - hier nachzulesen.



  • Wie würdest du deinen Kleidungsstil beschreiben?
bunt, bequem, selbst gemacht


 
  • Wer hat deinen Modegeschmack oder Kleidungsstil beeinflusst und geprägt?
Einerseits meine Omas und meine Mama. Eine Oma war eine Woll-Koryphäe, die andere Oma Schneiderin in der Wachau. Trachten waren mir von klein auf verraut. Deshalb fühle ich mich in einem Dirndl auch irgendwie "zu Hause". Meine Mama hat klassische Kleidungsstücke und Trachten gebliebt, sie aber immer witzig kombiniert und dem Das-tut-man-als-Dame-nicht hat sie weder in der Mode noch sonst in ihrem Leben Beachtung geschenkt.



Anderseits ist mein Mann mein Vorbild. Wärend ich mich immer wieder von der Schönheit eines Stückes blenden lasse, achtet er auch auf die weiteren drei wesentlichen Punkte eines Kleidungsstückes: Passform, Funktionalität und ökologische Unbedenklichkeit.


 
  • Worauf achtest du beim Kleiderkauf am meisten?
Auf Fairness im gesamten Enstehungsprozess, Passform, Funktionalität und natürlich Schönheit... danke, mein Schatz!


  • Welche Art von Kleidungstücken magst du ganz besonders und kaufst bzw. trägst sie immer wieder?
Westen (ich meine damit Cardigans) und Pullover aus hochwertiger, dünner Wolle. Jacken und Shirts nähe ich mir ausschließlich selbst, Hosen nun auch vermehrt.


  • Welche(s) Kleidungsstück(e) würdest du niemals tragen?
Zu eng, zu kurz, zu ausgeschnitten - an mir! Jemand anderem kann das was ich als "zu ausgeschnitten" bezeichne durchaus passen. Leggings sehen immer schrecklich an mir aus. Die zieh ich wirklich nie an. sonst bin ich mit dem Wort -niemals- recht vorsichtig.

 
  • Welchen Stellenwert haben bei dir Accessoires (wie Ketten, Tücher, Hüte usw.) ?
Früher habe ich viele Ketten getragen - das mache ich gar nicht mehr, denn Schals, Loops, Tücher sind meine ständigen Begleiter, sogar im Sommer. Hüte und Hauben (Mützen) trage ich hauptsächlich weil sie praktisch sind. Ich denke meine Mode folgt dem Bauhausgedanken: Die Form folgt der Funktion... Es muss bequem sein UND gut ausschauen. 


 
  • Sollte es deiner Meinung nach in der Mode bestimmte Regeln geben (z. B. ab 40 kein Minirock ;-)) oder findest du „Stilregeln“ eher hinderlich?
Kleidung ist für uns in Mitteleuropa eine Notwendigkeit um nicht zu erfrieren. Auch im Sommer? Nein. Zu einem Guten Teil ist sie auch Kunst. Wir umgeben uns mit ihr, da wir uns dem gesellschaftlichen Druck beugen. Manche Menschen haben einfach ein Gespür für Kunst, andere nicht so. Jegliche Kunst, egal ob Musik, Malerei, Arichitektur,... folgt unendliche vielen Regeln. Denkt nur an den Goldenen Schnitt  - den kann man nicht wegdiskutieren, der funktioniert immer.
Aber, es ist auch total spannend ihn wissentlich zu brechen! Was dem Gigl gefällt kann der Gogl schrecklich finden. Wär das fad, hätten wir alle einen identen Geschmack. Reibung (in gewissem Maße) macht das Leben spannend! Also ich persönlich mag Socken in Sandalen gar nicht! Aber es ist super, wenn mir so ein Exemplar unterkommt. Dann hab ich was zum Gatschen mit den Freunden. Schließlich bin ich Österreicherin. Sudern ist Volksport. Dazu brauchts aber Unterschiedlichkeit!

 
  • Gibt es für dich ein modisches Vorbild?
Nein, kein berühmtes. Es gibt etliche Menschen in meiner Umgebung die ich für "gut angezogen" halte, die einen eigenen Stil entwickelt haben. Das heißt aber nicht unbedingt, dass deren Mode an meinem Körper funktioniert. Ich durchforste auch gerne Modestrecken in Zeitungen, aber einfach aus Interesse an der Schönheit - nicht dass ich das Gefühl habe ich muss hier Neues finden.


 
  • Gibt es ein Kleidungstück, welches du aus verschiedentlichen Gründen noch nicht gekauft hast, welches aber ganz oben auf deiner Wunschliste steht?
Momentan hätte ich gerne einen ganz klassichen Dufflecoat. Ich habe in meiner Jugend schon einen besessen und getragen bis er durch war. Meine Ansprüche an Material und Passform sind in den letzten Jahren aber leider so hoch geworden, dass ich ihn mir im Moment einfach nicht leisten möchte.


Das waren 10 Fragen zum Thema Mode, feinsinng gestellt von Lotta. Ich habe schon etliche, spannende Interviews gelesen. Schaut doch auch bei ihr vorbei! Es ist mir immer eine Freude ihre Fragen zu beantworten, rückt es doch den eigenen Standpunkt wieder ein wenig in den Fokus.

Kommentare on "Mode"
  1. Sehr schöne Fragen und interessante Antworten.Ist doch schön, wenn man sich dank seines Hobbys einkleiden kann und zwar nach seinem Geschmack.
    Liebe Grüße,
    Petra

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  2. Ja, genauso fein habe ich mir das bei Dir vorgestellt. Herrlich wenn man eine künstlerische, kreative und handwerkliche Ader hat und dann so toll für sich selber nähen kann. (Off topic: Außerdem liebe ich deine wohltönendes österreichisches Idiom. Wenn man gatscht und sudert, dann habe ich gleich ein Bild vor Augen ;-) Und Hauben zu tragen, hört sich eh besser an als die plumpe Mütze aufs Haupt zu setzen. Ein Grund, weshalb ich die Schweizerdeutsche Mundart so mag.) Ja, mit einem Dufflecoat liebäugle ich auch jeden Herbst aufs Neue. Seufz.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  3. Bunt mag ich auch. Und fair sowieso. Und oft trage ich Sachen, die nicht zusammenpassen. Extra. Eigenwillig nenne ich das. Ich habe eine Abneigung gegen Trends. Schönen Sonntag noch. lg Regula

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  4. passt!
    letzthin habe ich auf einem pass oben eine frau gesehen: lagen über lagen wallekleider, wallehaare, bunt, es geht nicht bunter, wollsocken in sandalen, jutetasche... ich hab mich bemüht, nicht zu sehr zu glotzen ;-). bis herr mo sagte: boah, hast du die frau gesehen? die hat ja eine sagenhaft teure fotoausrüstung!!!
    ♥ monika

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  5. Bauhausprinzipien bei der Kleidung - find ich gut, aber stilistisch wäre das nichts für mich, so gradlinig. Ich bin ein barocker Mensch. Und das liegt an meinen Wurzeln in der Donaumonarchie, habe ich beschlossen :-)
    Was ich mit dir uneingeschränkt teile: die Lust an der Farbe!
    Eine gute Woche, auch mit der Schule....
    Astrid

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  6. ...wie schön, wenn man sich selbst nähen kann, was passt und gefällt...bunt, ökologisch und fair, gefällt mir,

    liebe grüße
    Birgitt

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  7. Sehr interessant, die Fragen und deine Antworten darauf! Ich mag deine "Mode" sehr, sie ist so fröhlich, lebensbejahend und echt.
    Liebe Grüße von Doro

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  8. Das war sehr nett zu lesen! Ja, Mode ist definitiv auch Kunst...z. B. Nähkunst...;-). Sehr schön finde ich, dass du deinen ganz eigenen Stil gefunden hast! LG Lotta.

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  9. Wie lebendig du deine Ansichten über Mode beschreiben kannst. Und deine Prinzipien: toll! Dass du selber nähen kannst, ist Klasse und ich mag dich in deinen Sachen sehr. Lieben Gruß Ghislana

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  10. Sehr interessante Einblicke, ich habe dich bei den meisten Fragen genauso eingeschätzt, wie du in der Antwort geschrieben hast! :D

    Glg
    Claudia

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