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Mai 12tel 17


Grün, grün, grün,... Ich muss jetzt meiner österreichischen Seele mal ein bissl Raum geben und raunzen. Alles ist grün. Nur grün. Gleich grün. Korngrün. So fein hätt ich mir das vorgestellt: Erdäpfel, Korn, Rüben, Raps, Sonnenblumen, Brache. Sind so viele Felder da. Und überall ist Getreide angebaut. Alles grün.

Gut, schön ist er schon mein Blick. Diese verschiedenen Grüntöne. Wenn Wind geht, dann wiegen sich die Ähren bereits. Grüne Wellen streifen über den Hang. Der Nussbaum senkt erstmals seine Blätterdach herab - ohne sein Lieblingsblatt abzuwerfen. Links oben, das Braune. Es ist immer noch da!

   

monströs vernäht

Das Kind braucht kurze Hosen. Und das schnell. Es ist jetzt nicht wirklich überraschend, dass keine einzige Hose aus dem Vorjahr mehr passt. Auch nicht, dass die Temperaturen Ende Mai kurze Hosen erfordern. Aber hey - irgendwie kommt das doch jedes Jahr wieder plötzlich.


 
Wunsch der heurigen Saison - viele Taschen.


Das Schnittmuster ist aus der Ottobre 3/17. Abpausen - hinsetzen - nähen. So der Plan. Aber dann kommt halt das Leben dazwischen. Nähstücke werden so gut wie nie in einem Rutsch fertig.


Beim Annähen des Bundes hätte es mir auffallen können... die Hose ist verflixt weit. Da ich aber, wie immer, den starren Bund des Schnittmusters ersetzte durch meinen eigenen eslastischen, war der Fehler übersehen. Auf der Vorderseite sieht das Schnittmuster eine fette Falte vor. Gibts hier nicht. Deshalb ist die Seitenlinie jetzt leicht zurück verschoben. Am Tragekomfort ändert das nichts, aber die seitlichen Taschen stehen etwas ab. Da die im Gebrauch aber sowieso immer mit Klump vollgestopft sind ist es eigentlich egal was die Beulen verursacht.


Trotz monströsem Vernäher ist die Hose gut tragbar. An Kindern sieht einfach alles süß aus - das mag ich am Kinderkleidung nähen so gerne.


Weiß


Weiß, so lautet das Monatsmotto für selbstgenähte Kleidung bei Tweed&Greet. "Wie passend!", dachte ich. Das Kind hatte Mitte des Monats Erstkommunion und es war absehbar, dass ein Kleidchen wohl viel zu kalt werden würde. Plan: Endlich eine weiße Bluse nähen! Weiß und ich sind nicht so dick befreundet miteinander. Ich habe meine Gedanken schon mal im Februar zu Beige niedergeschrieben, das gilt auch für Weiß. Aber zu so einem großen Fest habe sogar ich das Bedürfnis mal nobel, adrett und so wie alle gekleidet zu sein.


Tja, und wenn ihr jetzt die Bilder seht denkt ihr wohl: "Weiß? Nobel?!?" Gut, das kann ich euch nicht verdenken. Mein Plan von der weißen Bluse mit blauer Hose und zartoranger Jacke ist irgendwie schief gegangen. Jacke und Hose hängen seit Jahren im Kasten, aber die Bluse... Drei Probeteile habe ich genäht, ich erspare euch die Details! Irgendwann wir es ihn geben, den eigenen Blusenschnitt. Der Körper sitzt schon recht gut, aber die Ärmel passen einfach noch nicht.



Da ich neben dem Nähen och so ein paar klitzekleine andere Aufgaben in meinem Leben habe, war drei Tage vorher klar: Das wird nix. Außerdem war klar das Wetter wird nicht nur schirch sondern echt grausig.

Planänderung: Ich nähe ein weißes Shirt. Hab ich gemacht, sowas geht mir ja schon echt fix von der Hand. Der Bio-Lillestoff Tante Klara wartete sowieso schon auf einen besondern Auftritt, der Schnitt ist Statement aus Ottobre  2/17, mit etlichen Änderungen.

Jaja, ich hör das schon wieder einige meckern: "Das ist weiß? Und dezent?"
Also weiß ist es! Zumindest der Grund. Und dezent ist das Muster vielelicht nicht, aber ich mag es! Punkt. Passt so zu mir. Irgendwie eh viel besser als eine weiße Bluse.

Zum Leiberl hat mir die Orange Jacke bloß nicht mehr gefallen, das war dann irgendwie zu viel. Also lieber das wärmste Jackerl (war gut so!) das ich besitze. Hat meine Oma aus türkisem Wollstoff vor etwa 20 Jahen für mich genäht. Damals hat noch ein Pulli drunter gepasst... aber sooooo kalt war es auch wieder nicht ;-)
Die dunkelblaue Hose war dann irgendwie auch nicht mehr das Wahre, lieber im Ton der Jacke bleiben. Fertig war mein Festtagsoutfit.

Außerdem reihe ich mich mit dem brandneuen Outfit bei den modischen Matronen ein. Monatsmotto - Blumen. Volltreffer also.


Magisches Motto - Auf der Straße


Mein Arbeitsweg führt morgens direkt nach Osten. Es ist ein unspektakuläres Stückerl Straße im Weinviertel. So einfach und unbesonders wie das Weinviertel selbst. Aber morgens mag ich das Stückerl besonders gerne. Einst widerwillig hierher gezogen freunde mich an, mit dem Weinviertel.

maritime Sehnsucht



Luftlinie Hollabrunn - Adria  367 km
Luftlinie Hollabrunn - Ostsee 607 km
Luftlinie Hollabrunn - Nordsee 762 km
Luftlinie Hollabrunn - Atlantik 1322 km



Jedes Jahr wenn es warm wird, dann kommt sie wieder. Meine Lust aufs Maritime. Wenns grünt, treibt und blüht, dann wandle ich gerne in rot-weiß-blau rum.


Das Shirt ist alt. So oft getragen, dass der Kragen wohl nur mehr ein paar Wäschen hält. Roter Ersatz muss also baldigst her!

Die Hose ist ein Jahr alt, hat es aber noch nicht zu einem eigenen Post gebracht. Tssss!
Der Schnitt ist von mir und verbessert sich von Hose zu Hose. Den Twill mag ich sehr gerne. Er ist schön steif und hält meine Pölserchen zusammen, ist aber trotzdem nicht dick. Gekauft habe ich ihn vor Ewigkeiten bei Biostoffe.at.
Bei dieser Hosen-Ausgabe bin ich noch nicht ganz mit dem Bund zufrieden. Er ist hinten zu kurz geraten, auch die Weite war nicht perfekt. Darum habe ich im rückwärtigen Teil ein Gummiband eingezogen. Nun sitzt sie auch ohne Gürtel gut.
Richtig daneben gegangen sind die rückwärtigen Hosentaschen. Die Form ist schrecklich unvorteilhaft. Da sie aber komplett dunkelblau ohne Kontrastnähte sind ist auch das in Ordnung. Der Zipp ist fürchterlich eingenäht, aber das sieht man von außen nicht. Im letzten Jahr habe ich wirklich das Zippeinnähen gelernt, geholfen hat mir diese Anleitung von Walter Lunzer.


Die Weste ist neu. Der Rest der Welt sagt zu dem Teil Jacke, ich weiß. Aber ich bleibe da standhaft österreichisch. Der Schnitt kommt aus der Ottobre 5/15 heißt  Georgeous Grey. Eigentlich ist es ein Strickmantel. Ich habe den Schnitt auf die passende länge gekürzt und den Schnwung am Ärmel ein wenig "begradigt", da meine Stoffe wesentlich fester fallen als Strickstoff.
Richtig gut geworden ist die Haptik der Stoffkombination. Der gestreifte Körper ist aus einem Jaquard Jersey. Die Ärmel sind aus dunkelblauem, sehr dickem aber weichen Interlock, Paspel und Schlakragen aus normalesm Jersey. Irgendwie haben alle drei Komponenten die perfekte Kombination aus Festigkeit und Anschmiegsamkeit. Acuh diese Stoffe sind von Biostoffe.at.  


Der Sinn des Sandsturms

Füße im Sandsurm - Schicksal


Mehr Interpretationen über die Sandsturm-Stelle von Haruki Murakamis "Kafka am Strand" findet ihr bei Holunder.