Top Social

Nordnordwest - da kommt der Wind her


Mit so einem Strickstück kann es sein wie mit dem Leben. Manchmal kommt ein Wind auf, der schnell zum Sturm wird. Aber irgendwann geht auch das ärgste Unwetter vorbei und der Himmel klart auf.



Vor über einem Jahr habe ich mir auf einem Weihnachstmarkt einen Strang graue Wolle von Lanafactum gekauft. Die Wolle wird von den eigenen Angorahasen gewonnen, der kleine Fuchs wollte unbedingt so ein Knäuel. Am Krankenbett meiner Mama habe ich eine Haube für sie begonnen, ihr war ständig kalt. Der Verlauf der Krankheit hat mich die Nadeln bald weglegen lassen.




Meine Mama hat mir zwei angestrickte Westen hinterlassen. Wer schon mal getrauert hat weiß, dass in verschiedenen Phasen  verschiedene Aktion gut tun.
Erst ist Verräumen das Richtige.
Nach einer Weile kommt das Auftrennen mit vielen, vielen Tränen um dann gleich wieder alles aus dem Blickfeld zu räumen.
Danach ist das Vorholen und Drüberstreicheln dran.
Und irgendwann fasst man einen neuen Plan.
Der Beginn ist zögerlich, fast ängstlich.
Und dann fühlt sich doch alles ganz gut an.




Nordnordwest -von Meermädchen- heißt das Tuch, das ich mir gestrickt habe. Ich habe ein Tuch gesucht, das die graue Wolle zur Geltung bingt und für den Farbverlauf ebenso passt. Gestrickt wir das Tuch in drei Schritten. Erst der Innenteil, dann werden rundherum die Maschen aufgenommen und der Mittelteil wird gestrickt. Zum Schluss kommt noch der Rand quer gestrickt dran. Vor dem Teil hatte ich Respekt, ich dacht das würde ewig dauern. War gar nicht so. Das Tuch ist wesentlich kleiner als im Original, aber die graue Wolle... Mehr war nicht da. Sollte ja auch eine Haube werden.

Ich bin zufrieden mit dem Tuch! Es ist herrlich warm und die eingestrickten Erinnerungen tun mir wider Erwarten gut.

Kommentare on "Nordnordwest - da kommt der Wind her"
  1. Tut mir leid zu hören! Ich wünsche dir viel kraft weiterhin und dieses schöne Tuch wird dir bestimmt immer etwas ganz besonderes sein. LG, Nina

    AntwortenLöschen
  2. Das Tuch ist einfach wunderbar, liebe Eva. Fühl' Dich von mir still in den Arm genommen, Nicole

    AntwortenLöschen
  3. Das sieht extrem kuschelig und warm aus...fein. LG Lotta.

    AntwortenLöschen
  4. Das glaub ich dir gerne.... und schön ist es auf jeden Fall! Und selbst mich hat es erinnert: an die Angorahasen der Kindheit und das Wollprojekt damals. Und jetzt weiß ich wieder, warum ich Angorawolle am liebsten mag.
    GLG
    Astrid

    AntwortenLöschen
  5. Liebe Eva, dein Bericht ist so berührend, und sehr gut nachvollziehbar. Was für ein feine Werk, warm, weich, erinnerungsschwer und voller Liebe, wunderschön!
    Liebe Grüße
    Andrea

    AntwortenLöschen
  6. Deine Mama hat wahrlich "Spuren hinterlassen" und du hast sie ganz wunderbar aufgearbeitet. Es freut mich, dass dir das Tuch gut tut. Ganz nebenbei steht es dir auch wunderbar.
    <3lich Birgit

    AntwortenLöschen
  7. Ach Schokostückchen, was kann ich da schreiben?
    Seufz!
    Das Tuch ist wunderschön - in jeder Hinsicht!
    Bussi

    AntwortenLöschen
  8. Das hast Du sehr gut gemacht und es ist wunderschön geworden.

    LG Astrid

    AntwortenLöschen
  9. Dann kannst du dich jetzt darin einhüllen wie in eine Umarmung ...
    Liebe Grüße von Doro

    AntwortenLöschen
  10. diese Erinnerungstuchgeschichte finde ich sehr berührend und schön!

    AntwortenLöschen
  11. Dein Text ist mindestens so schön wie dein Strickwerk, liebe Eva !
    Herzliche Grüße, helga

    AntwortenLöschen
  12. jetzt musste ich gerade wieder ein paar tränen verdrücken! dein tuch ist soooo schön! und die geschichte dahinter sooo liebevoll!
    ♥♥♥ monika

    AntwortenLöschen
  13. Meine Mama ist schon viele Jahre tot, aber immer, wenn ich geerbte Teile in die Hand nehme, muss ich an sie denken und zärtlich drüberstreichen. Ich freue mich, zu lesen, dass es Dir gelungen ist, einen Teil der Trauer mit Hilfe des Strickens und der Wolle, aufzuarbeiten. Das ist so wichtig. Sei lieb gedrückt, Birgitt P.S. Das Tuch und Material ist bezaubernd und steht Dir seeeehr gut.

    AntwortenLöschen
  14. Das ist aber wirklich originell und die Farben gefallen mir gut.
    LG
    Magdalena

    AntwortenLöschen
  15. So ein schönes Tuch... Da ich nicht stricken kann, finde ich es jetzt noch mal so schön, dass ich Mutters grauen Wollschal nach ihrem Tod damals gleich mitgenommen hatte. Ich konnte ihn auch gleich tragen und hab ihn immer noch gern, er wärmt so schön und hält die Schultern warm, wenn es regnet. Es ist auch eine ganz ganz weiche Wolle, wer weiß, vielleicht auch von einem grauen Angorakaninchen... Lieben Gruß Ghislana

    AntwortenLöschen
  16. Es ist wunder-wunder-wunderschön...

    AntwortenLöschen
  17. Das hast Du gut gemacht und stricken ist immer gut wenn man traurig ist!
    LG und alle guten Wünsche für Dich, von Annette

    AntwortenLöschen
  18. Ein Seelentuch!
    Lass dich drücken, Traude

    AntwortenLöschen
  19. Ein wundervolles Tuch! Danke, dass du deine Gedanken mit uns teilst ...

    AntwortenLöschen