Mit Bus und Bahn

Kinder spiegeln sich im Zug
Zugfahrt nach Wien zum Kindertheater-Abo

In meinem jetzigen Lebensabschnitt bin ich nur mit dem öffentlichen Bus unterwegs, wenn ich mit meinen Schülern in die Bezirkshauptstadt will.

Mit der Bahn fahre ich einige Male im Jahr nach Wien. Um etwas zu besorgen, jemaden zu besuchen, leider so gut wie nie um Abendvorstellungen zu besuchen. Die Taktung am Abend und die frühe letze Fahrt lassen mich da so gut wie immer zum Auto greifen.

Zugfahren als Pendlerin, das habe ich 9 Jahre meiner Schulzeit genossen:

In der Unterstufe musst ich erst 10 Minuten dem Rad zu Bahnhof fahren, dann noch einige Stationen mit dem Zug nach Krems. Schließlich noch mal etliche Minuten stramm bergauf um zur Schule zu kommen. Und mittags alles retour. Regen, Schnee, Sonne... egal. Trotzdem des mühsamen Wegs habe ich ihn echt gerne zurückgelegt. Immer mit den Schulfreunden, immer mit Gaude.

Nach einem Umzug und einem Schulwechsel wurde der Weg in der Oberstufe dramatisch komplitzierter: Der Wecker läutete um 5:00, die restliche Familie schlief noch eine Stunde, während ich mir leise ein Pausenbrot schmierte und frühstückte. 5:20 Abmarsch zum Bahnhof, zu Fuß, nur einige Minuten entfernt. ZWEIMAL umsteigen! Nach knapp zwei Stunden Zugfahrt war ich am Ziel, der HTL St. Pölten. Zu Hause war ich dann wieder um 17:45 oder um 18:45. Und ja, auch samstags war da noch Schule! 5:20 aus dem Haus, 13:15 retour.

Wir haben diesen Irrsinns-Weg zu dritt zurückgelegt. Wir haben viel geschlafen, immer die Hausübung im Zug gemacht, Musik gehört, gelacht und sind anderen Reisenden wohl oft ziemlich auf die Nerven gegangen. Ich würde das heute nicht mal ansatzweise aushalten! Damals war es ganz normal für mich.

Später, beim Studieren, hatte ich in der Früh Mitfahrgelegenheit, nur die Heimfahrt musste ich mit dem Zug bestreiten. Nur mehr einmal umsteigen. Was für Luxus!

Seit ich arbeite bin ich mit dem Auto unterwegs.

Ganz schräg finde ich ja, dass ich kein einziges Foto aus den 9 Jahren exzessiver Schul-Bahn-Zeit verfüge. Handys hatten wir keine. Und wenn der Fotoapparat mal mit war - analog natürlich - hat niemand die Notwendigkeit gesehen im Zug ein Foto zu machen. Bilder im Kopf hab ich jedoch viele. Viele lustige. Viele fade. Viele in jedem Fall, da ich echt viel Zeit im Zug verbracht habe.

Kommentare on "Mit Bus und Bahn"
  1. Das hört sich ja irre umständlich an, kann man sich kaum mehr vorstellen, ich hatte Grundschule als auch weiterführende im Ort und bin mit dem Rad innerhalb von 8 Min. dort gewesen. Erst als es zur Berufschule ging, musste ich auf Stadtbahn und Straßenbahn mit Bus wechseln, aber da waren wir mehrere und es war ne Gaudi.
    Danke für den Einblick.
    Liebe Grüße,
    Petra

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  2. Oje, was für ein weiter Schulweg in der Oberstufe! Sowas habe ich nur zwei Winter mal bei einer Arbeitsstelle ausgehalten, dann war ich platt und habe gekündigt (da war ich aber auch älter und hatte drei Kinder, als Jugendlicher kann man wohl noch mehr abpuffern). Wie schön, dass Du diese Schulwege immer mit Kameraden erleben durftest, da vergeht die Zeit doch etwas schneller und angenehmer.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  3. Da hast du ja wirklich jeden Tag einen ziemlichen Marathon absolvieren müssen. Ich könnte mir das gar nicht vorstellen. Mir hat das Busfahren als Schülerin schon gereicht und das war im Vergleich mit dem, was du beschreibst, noch moderat.
    LG, Varis

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  4. zwei stunden hin und zwei stunden zurück - was für ein wahnsinn!! gut, dass du huete trotzdem immer noch so ein fröhlicher mensch bist ;))!
    liebe grüße
    mano

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  5. Um 5 Uhr aufstehen? Ich wäre gestorben, wenn ich so früh auf den Weg gewusst hätte...
    LG
    Astrid

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  6. puh... das kling extrem anstrengend! Bewundernswert dass du durchgehalten hast! Da war mein 20 Min weg zum Bus für eine zeitlang harmlos damals :S
    GLG, Geraldine

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  7. ...wenn ich das lese, bin ich echt froh, dass ich nie so lange Wege zurück legen mußte...bewundernswert, dass du das so lange durchgezogen hast,

    liebe Grüße Birgitt

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  8. Was nimmt man nicht alles in kauf wenn man keine andere Wahl hat. Meine Mama hat auch immer geschimpft über die lauten Schüler im Zug. Ich sagte dann immer zu ihr, sie müsse ja nicht im Zug unterwegs sein mit den Schüler, die hätten keine andere Wahl.
    Du hast die Strapazen überlebt und schöne Erinnerungen sind auch geblieben.
    L G Pia

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  9. Das klingt zum Teil so ähnlich wie bei mir, was ein Gaudi die Fahrt zur Schule und zurück... Ja, vieles war für uns völlig normal, wo heute Kinder schon vorher besorgt fragen, und wer bringt mich hin und holt mich ab? Ja, nun, da ich kein Auto mehr habe, fallen unter der Woche Fahrten zu Abendveranstaltungen in Berlin aus, ich käme nicht mehr zurück vom Stadtrand, und ohnehin, nächtens in Berlin alleine S- oder U-Bahn zu fahren, mache ich schon lange nicht mehr. Lieben Gruß Ghislana

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  10. Hut ab, vor deinem Marathon in die HTL!
    Nachdem ich in die Unterstufe mit dem Rad fahren konnte, war bei mir in der Oberstufe der Schulweg so lange, dass mich der 1. Zug nicht zeitgerecht ans Ziel gebracht hätte - und abends wäre ich nicht mehr nach Hause gekommen. Also Internat.
    Als Berufstätige war ich eine "Wochenpendlerin" und fuhr freitags aufs Land und sonntags wieder in die Stadt. Immer mit dem Zug, 2 Stunden lang.
    Auch ich habe kein einziges Foto gemacht.
    LG
    Beate

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  11. Boah was ein Schulweg! Gependelt bin ich auch lange, aber nie in solcher Herrgottsfrühe.
    Bewundernde Grüße! Eva

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  12. Wow...und das so viele Jahre .. boah...was für eine Strecke. Da hatte ich es echt um die Ecke... 25 min zu Fuß...wobei ich bin fast immer mit dem Rad gefahren ;) ja ich habe auch keine Bilder aus dem Bus oder Zug als Jugendliche... nie wären wir auf die Idee gekommen die kostbaren Bilder dafür zu opfern... lach... liebe Grüße Emma

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  13. und ich habe meinen schulweg mit seilbahn und velo schon für lange gehalten, so eine halbe stunde je weg...
    ♥ monika

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  14. ein ziemlich langer Schulweg. Mein Schulweg war doch nur 15 min. lang (Fußmarsch und Bus) allerdings saß ich dann zwischen 7:05 und 7:45 alleine in der Garderobe herum. da mein Bus immer so bald gefahren ist. Zugfahren hätte ich alleine schon besser gefunden, weil man da lesen kann.

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